Tätigkeit

Die 1885 in Weimar gegründete Goethe-Gesellschaft in Weimar e. V. ist eine wissenschaftlich-literarische Gesellschaft internationalen Charakters. Sie zählt etwa 2600 Mitglieder in 40 Ländern der Welt.

Gemäß ihrer Satzung will sie im In- und Ausland „zur vertieften Kenntnis Goethes, seines Umfeldes und seiner Bedeutung für die Gegenwart“ beitragen „und der ihm gewidmeten Forschung Anregungen“ geben.

Zur Erreichung dieser Ziele tragen bei:

  • die Hauptversammlung
  • das Goethe-Jahrbuch
  • die Schriften der Goethe-Gesellschaft
  • der Newsletter
  • das Stipendienprogramm
  • Vorträge, Symposien und Weiterbildungen.

Alle zwei Jahre, traditionell von Mittwoch bis Samstag in der Woche nach Pfingsten, veranstaltet die Goethe-Gesellschaft die sogenannte Hauptversammlung. Sie besteht aus einem Symposium junger Goetheforscher, einer festlichen Eröffnungsveranstaltung im Deutschen Nationaltheater Weimar mit Verleihung der Goethe-Medaille, einer Podiumsdiskussion sowie einer Konferenz mit sechs Arbeitsgruppen zum Generalthema, einem Podium „Goethe weltweit“ sowie der Mitgliederversammlung. Ergänzt wird dies durch eine Theateraufführung und einen geselligen Abend.

Die wissenschaftlichen Publikationsorgane der Gesellschaft sind das Goethe-Jahrbuch und die Schriften der Goethe-Gesellschaft. Das seit 1880 erscheinende ca. 400-seitige Goethe-Jahrbuch enthält Abhandlungen zur Goethe-Forschung, Rezensionen wichtiger Neuerscheinungen und Berichte zur Tätigkeit der Goethe-Gesellschaft.

Drei- bis viermal jährlich erscheint ein Newsletter, der über das Wirken der Goethe-Gesellschaft im In- und Ausland informiert. Er kann über die Internetseite abonniert werden.

Mit dem 1993 von Prof. Dr. Werner Keller ins Leben gerufenen Stipendienprogramm fördert die Goethe-Gesellschaft jüngere Goetheforscher aus vorwiegend ost- und südosteuropäischen Ländern. Die Stipendiaten können in den zumeist dreimonatigen Forschungsaufenthalten in den Archiven und Bibliotheken Weimars arbeiten und die deutsche Klassik am authentischen Ort kennenlernen. Im Jahre 2010 konnte der 250. Stipendiat begrüßt werden.

In nunmehr 57 Städten Deutschlands gibt es Ortsvereinigungen der Goethe-Gesellschaft. Dort sind ca. 7000 Mitglieder organisiert. Ortsvereinigungen sind selbständig tätige literarische Vereinigungen, die Kenntnisse über Leben und Werk Goethes sowie über die Weimarer Klassik und ihre Wirkung an Freunde Goethes vermitteln. Den Mitgliedern der Goethe-Gesellschaft wird empfohlen, Mitglied einer Ortsvereinigung in ihrer Nähe zu sein. Den Mitgliedern einer Ortsvereinigung wird empfohlen, auch der Goethe-Gesellschaft in Weimar e. V. anzugehören. Viele Ortsvereinigungen sind korporative Mitglieder der Goethe-Gesellschaft. Die sog. Weimarer Muttergesellschaft unterstützt die Tätigkeit der Ortsvereinigungen – ihrer Tochtergesellschaften – und fördert Neugründungen.

Im Ausland gibt es 40 Goethe-Gesellschaften, mit denen die Weimarer Goethe-Gesellschaft zusammenarbeitet oder deren Gründung sie unterstützt hat, so z. B. in Estland, Lettland, Bulgarien, Serbien, Frankreich, der Schweiz und in Italien, in Indien, China und Rumänien. In Weimar bietet die Gesellschaft eine allmonatliche Goethe-Vortragsreihe an und veranstaltet in unregelmäßiger Folge Symposien und Weiterbildungen.

Geleitet wird die Gesellschaft durch einen ehrenamtlichen Vorstand, in dessen Auftrag die Geschäftsstelle im Stadtschloss Weimar die laufenden Geschäfte führt und die Projekte umsetzt.