Schriften der Goethe-Gesellschaft

Johann Conrad Wagner
„Meine Erfahrungen in dem gegenwärtigen Kriege“
Tagebuch des Feldzugs mit Herzog Carl August von Weimar

Beschreibung des Feldzugs gegen Frankreich von einem, der sagen kann: »Ich bin dabei gewesen.«

Als Goethe seinen Herzog Carl August, Kommandeur eines preußischen Regiments, 1792 auf dem Feldzug gegen das revolutionäre Frankreich begleiten musste, traf er dort wieder dessen »Cämmerier« Johann Conrad Wagner, der die Feldkasse der fast 40 Mann starken herzoglichen Begleitung zu verwalten hatte. Wagner hat umfangreiche Aufzeichnungen hinterlassen, die das Kriegsgeschehen der Jahre 1792 /93 in seiner grausamen Realität widerspiegeln. Goethe hielt sie für wertvoll genug, um sie Jahrzehnte später als Quelle von historischem Rang für seine eigene Darstellung »Campagne in Frankreich 1792« zu nutzen. In einer streng dem Wortlaut folgenden, sorgfältig kommentierten und reich bebilderten Edition werden Wagners tagebuchähnliche Notizen hier erstmals vollständig zugänglich gemacht.

»Da ich den Entschluß faßte, meine mir in diesen Kriege aufstoßende Begebenheiten auf zu schreiben, war es nicht meine Meynung daß diese meine Erfahrungen je jemanden zu Angesicht kommen solten. Wahr und Bieder schrieb ich solche zu meiner eignen Nachricht und WiederErrinnerung, ohne alle Schmincke nieter. Ofte schrieb ich in einer von Menschen vollgestopften Bauern Stube, an der Ecke eines schmuzigen Tisches: ofte in einen Fenster: auf einer Banck: in Wagen: oftmalen in Freyen auf meinen Huthdeckel, wo mir mehrmalen der Regen Einhalt that.«

Herausgegeben von Edith Zehm Mit einem Vorwort von Gustav Seibt

Reihentitel: Schriften der Goethe-Gesellschaft (Hg. von Jochen Golz)
Bandnummer: 78

552 Seiten mit 71 Abbildungen
Einband: gebunden, Schutzumschlag
Format: 15,5 x 23 cm
ISBN: 978-3-8353-3356-7

Young-Ae Chon
„Sich erbittend ew'ges Leben“
Sieben Essays zu Goethes "West-östlichem Divan"

Eine Annäherung an Goethes »West-östlichen Divan« vom Fernen Osten her durch die koreanische Literaturwissenschaftlerin und Lyrikerin Young-Ae Chon.

Young-Ae Chon, Professorin an der Universität in Seoul, gehört zu den profiliertesten Germanisten ihres Heimatlandes. Sie ist mit zahlreichen Studien zur deutschen Literatur hervorgetreten, hat eine Reihe von Übersetzungen deutscher Dichtung ins Koreanische vorgelegt und sich auch als Lyrikerin einen Namen gemacht. Für ihre Verdienste um die Vermittlung deutscher und fernöstlicher Kultur erhielt sie 2011 die höchste Auszeichnung der Goethe-Gesellschaft in Weimar, die Goldene Goethe-Medaille. Ihre Essays zu Goethes »West-östlichem Divan«, den sie selbst ins Koreanische übersetzt hat, sind ein Spiegel ihres profunden Wissens wie ihrer Sensitivität für poetische Texte. Erkundet werden die realen wie imaginären Reisewege, die Goethe zu seinen Gedichten inspiriert haben. So wird dem Leser ein Zugang zu Goethes morgenländischer Poesie eröffnet, wie es nur einer genuinen Dichterin aus einem anderen Kulturraum gelingen kann.

Mit einem Vorwort von Jochen Golz

Reihentitel: Schriften der Goethe-Gesellschaft (Hg. von Jochen Golz)
Bandnummer: 77

208 Seiten mit 30 Abbildungen
Einband: gebunden, Schutzumschlag
Format: 15,5 x 23 cm
ISBN: 978-3-8353-3026-9

„Die Wahlverwandtschaften“
Eine Dokumentation der Wirkung von Goethes Roman 1808-1832. Reprint der Erstausgabe mit neuen Funden als Anhang

Eine Dokumentation der zeitgenössischen Diskussion um Goethes großen und umstrittenen Roman.

Die Dokumentation der zeitgenössischen Wirkung der "Wahlverwandtschaften" wurde in den drei Jahrzehnten nach ihrem Erscheinen zu einem Standardwerk der Goethe-Forschung. Um neue Funde ergänzt, wird sie als Reprint wieder zugänglich – die alten Urteile über Goethes dritten großen Roman ermöglichen jederzeit allerneueste Anregungen. Die auf Vollständigkeit des Ermittelbaren orientierte Sammlung stellt eine Vielzahl und Vielfalt von Quellen bereit, die eine außerordentlich intensive und heterogene, zwischen Apotheose und Entrüstung pendelnde Wirkung bezeugen. Außer der Ratlosigkeit vieler Leser kommt auch die Lesekompetenz gebildeter Zeitgenossen zum Ausdruck, die eine klassikzentrierte Erinnerungskultur nicht außer acht lassen sollte. Im Unterschied zu vielen wirkungsgeschichtlichen Sammlungen dokumentiert die vorliegende zugleich, wie Goethe die zeitgenössische Aufnahme seines Romans zu steuern suchte und wie er auf sie reagierte, so dass sich Einsichten in den Zusammenhang von literarischer Produktion und Rezeption ergeben.

Herausgegeben von Heinz Härtl

Reihentitel: Schriften der Goethe-Gesellschaft (Hg. von Jochen Golz)
Bandnummer: 76

578 Seiten mit 17 Abbildungen
Einband: gebunden, Schutzumschlag
Format: 15,5 x 23 cm
ISBN: 978-3-8353-1311-8

Katharina Mommsen
„Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen“
Goethe und die Weltkulturen

Katharina Mommsen versammelt hier ihre wichtigsten Aufsätze, Reden und Vorträge zu Goethes kultureller Neugier.

„Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen“ – diese von Goethe 1826 ebenso kühn wie prophetisch formulierte und vorgelebte Einsicht erscheint angesichts unserer globalisierten Gegenwart geradezu zwingend. Goethes Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Kulturen, seine Gabe, sich ihnen anzuvertrauen und sie sich produktiv anzuverwandeln, hat der Verständigung zwischen den Völkern neue Wege gebahnt und dem Dichter in allen Teilen der Welt Sympathie und Bewunderung eingetragen. Sie verdient heute größere Beachtung denn je.
Katharina Mommsen ist in ihrer jahrzehntelangen Forschungsarbeit und ihrem Wirken für eine Verständigung zwischen den Kulturen Goethes Spuren gefolgt. Sie zeigt Goethe als geistigen Dolmetscher und echten Brückenbauer zwischen den Kulturen - mithin in seinen heute wahrscheinlich aktuellsten Rollen.

Reihentitel: Schriften der Goethe-Gesellschaft (Hg. von Jochen Golz)
Bandnummer: 75

478 Seiten mit 32 Abbildungen
Einband: gebunden, Schutzumschlag
Format: 15,5 x 23 cm
ISBN: 978-3-8353-1000-1

„Es ward als ein Wochenblatt zum Scherze angefangen“
Das Journal von Tiefurt

Das legendäre „Tiefurter Journal“, erstmals vollständig und diplomatisch getreu ediert.

Als ein Spielwerk ambitionierter Geselligkeit trat das Tiefurter Journal, in wenigen Exemplaren handschriftlich nur verbreitet, zwischen 1781 und 1784 ans Licht einer sehr begrenzten Öffentlichkeit. Ins Leben gerufen von der Herzogin Anna Amalia in ihrem Sommersitz, dem Tiefurter Schlösschen, entwickelte sich das Periodikum zu einem reizvollen Spiegelbild der höfischen Kultur im klassischen Weimar. Goethe, Herder und Wieland zählten zu den Prominenten unter den (stets anonymen) Autoren. Bunt gestreut sind die einzelnen Beiträge. Gedichte finden sich ebenso wie kulturkritische Essays, Übersetzungen, Scharaden und Rätsel nicht zuletzt auch dazu bestimmt, der Langeweile bei Hofe Widerpart zu bieten. Dem Journal vor allem verdanken wir die Legende vom Weimarer Musenhof.
Diese Edition präsentiert den Text erstmals diplomatisch getreu nach dem Exemplar Herders. Sie enthält überdies in einem Anhang für das Journal bestimmte, aber dort nicht publizierte Texte, ferner Notenbeigaben und erschließt in einem detaillierten Kommentar den historischen Kontext.

Herausgegeben von Jutta Heinz und Jochen Golz unter Mitarbeit von Cornelia Ilbrig, Nicole Kabisius und Matthias Löwe

Reihentitel: Schriften der Goethe-Gesellschaft (Hg. von Jochen Golz)
Bandnummer: 74

736 Seiten mit 30 Abbildungen
Einband: gebunden, Schutzumschlag
Format: 15,5 x 23 cm
ISBN: 978-3-8353-0957-9