Goethe Akademie

Gemeinsam mit der Thomas-Morus-Akademie Bensberg bieten wir eine Goethe Akademie an.

Der erste Kurs in dieser Reihe fand vom 4. bis 7. Dezember 2014 in Weimar statt:
„Kennst du den Faust?“ Weltliteratur – neu betrachtet.

Wegen der guten Resonanz fand vom 26. bis 29. März 2015 eine Wiederholung dieses Kurses statt.

Die nächsten Goethe-Akademien 2018

28. Juni – 1. Juli 2018
„Lenzens Eseley“
Goethe und die jungen Dichter: Lenz, Hölderlin, Kleist

Seit jeher haben Goethes Beziehungen zu seinen schreibenden Zeitgenossen großes Interesse auf sich gezogen. Sah man im zunächst gemeinsamen Wirken von Goethe und Jakob Michael Reinhold Lenz ein Verhältnis konkurrierender Anziehung und Abstoßung, so wies man Goethe im Falle von Friedrich Hölderlin die Rolle eines bornierten Ratgebers zu, der kein Verständnis für Hölderlins Genialität entwickelt habe. Ein ähnlicher Vorwurf wurde auch im Hinblick auf Heinrich von Kleist erhoben, dessen „Zerbrochnen Krug“ der Regisseur Goethe in Weimar absichtlich habe durchfallen lassen, dessen Werke er mit dem Kainsmal des „Kranken“ versehen habe. In Wahrheit liegt, wie die moderne Forschung zutage gefördert hat, jeder Fall anders, bedarf einer genaueren historischen Rekonstruktion. Entsprechend werden die jeweils spezifi schen Konfl iktlagen herauszuarbeiten sein.

Referentin:
Prof. Dr. Sabine Doering, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Ort:
Weimar, Hotel Dorint

30. September – 3. Oktober 2018
„Im Rheingau Herbsttage“
Eine Exkursion in „Dichters Lande“

„Wer den Dichter will verstehen, / Muß in Dichters Lande gehen“: Bei dieser Goethe Akademie suchen wir „Dichters Lande“ auf, denn der Rheingau, Goethes Vaterstadt benachbart und dem Dichter von Jugend an vertraut, erwies sich für ihn vor allem in den Jahren 1814 und 1815 als Ort der Erholung wie als Quell künstlerischer Inspiration. Von Neuem erschlossen sich ihm die Schönheit der Landschaft und die Lebensfreude ihrer Bewohner, willig ließ er sich in die kulturpolitische Strategie des Freiherrn vom Stein einspannen. Goethe erlebte eine „Wiedergeburt“. Seine meisterliche Beschreibung des „St.- Rochus-Festes zu Bingen“, aber auch Gedichte des „West-östlichen Divans“ sowie essayistische Texte zeugen davon. Wer an dieser Akademie teilnimmt, lernt die originalen Schauplätze kennen und wird mit deren Widerspiegelung in Goethes poetischem und wissenschaftlichem Werk vertraut.

Referent:
Prof. Dr. Wolfgang Bunzel, Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt/Main
Ort:
Rheingau
„Hotel im Schulhaus“, Lorsch

22. – 25. November 2018
Ein „Zwischenfall ohne Folgen“?
Goethe und die Deutschen

„Achtbar im einzelnen, miserabel im ganzen“, so charakterisierte Goethe 1813 im Gespräch mit dem Historiker Heinrich Luden die Deutschen. Umgekehrt sind diese mit ihm auch nicht immer glimpfl ich verfahren, war sein Charakterbild in der Geschichte großen Schwankungen unterworfen. Heinrich Heine sah mit ihm die „Kunstperiode“ zu Ende gehen, für seinen Antipoden Börne war Goethe ein „Stabilitätsnarr“. Goethe war Nietzsche zufolge für die Deutschen ein „Zwischenfall ohne Folgen“, während Thomas Mann, in Goethes Spuren gehend, ihn als „Repräsentanten des bürgerlichen Zeitalters“ feierte. Im Gleich- und Widerklang der Stimmen haben sich Traditionslinien herausgebildet, die bis in die Gegenwart verlängert werden können. In seinem Buch „Was ist deutsch? Die Suche einer Nation nach sich selbst“ ist Dieter Borchmeyer solchen Traditionen nachgegangen.

Referent:
Prof. Dr. Dieter Borchmeyer, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Ort:
Weimar, Hotel Dorint

Empfang der Teilnehmer der zweiten Goethe Akademie in der Geschäftsstelle der Goethe-Gesellschaft im Stadtschloss Weimar